Kontakt

St. Hildegardis Krankenhaus

Bachemer Straße 29-33
50931 Köln
Telefon 0221 4003-0

kh@sthildegardis.de 

 

Anfahrt

St. Hildegardis Krankenhaus

Zum Veranstaltungskalender

Erkrankungen des Mittelfells (Mediastinum)

Das Mediastinum ist der medial in der Brusthöhle liegende Raum. Es wird ventral vom Sternum (Brustbein) und dorsal von der Wirbelsäule begrenzt. Die seitlichen Begrenzungen des Mediastinums bilden die Rippenfellblätter.
In diesem Raum, dem Mediastinum, befindet sich das Herz mit den großen Gefäßen, die Thymusdrüse, die Luftröhre, sowie Lymphknoten und Bindegewebe. Den Abschluss des Mediastinums zum Bauch hin bildet das Zwerchfell, währenddessen der Abschluss dieses Raums zum Hals relativ fließend ist.

  • Mediastinaltumoren

    Thymom-Thymuskarzinome
    Thymome sind Tumoren des Thymus (Thymusdrüse). In drei Viertel der Fälle sind sie gutartig. Ein Viertel der Thymome sind bösartig, sie werden je nach Aussehen und Differenzierungsgrad der erkrankten Zellen und ihrer Neigung zur Ausbreitung in maligne Thymome und Thymuskarzinome unterteilt.

    Lymphome
    Lymphome sind bösartige Erkrankungen der Lymphknoten.

    Lymphknotenmetastasen
    Alle bösartigen Tumoren könnten Lymphknotenmetastasen im Mediastinum verursachen. Am häufigsten sind Metastasen von Lungen-, Darm-, Brust-, Haut-, Nieren-, Speiseröhren- und Magenkrebs.

    Neurofibrom-Schwannom
    Schwannome sind gutartige, langsam wachsende Tumoren des peripheren Nervensystems. Sie stammen aus den Schwannzellen, deren Aufgabe das Umhüllen der Nervenfasern ist. Bei zunehmendem Wachstum kann es zu Lähmung der betroffenen Nerven kommen. Die thorakalen Schwannome tretten am häufigsten im hinteren Mediastinum auf. Therapie der Wahl bei symptomatischen Schwannome ist die operative Entfernung.

    Bronchogene Zysten/Thymuszysten
    Die angeborenen Zysten im vorderen und hinteren Mediastinum verursachen meist keine Symptome. Bei Symptomen kann eine operative Entfernung erfolgen.

    Schilddrüse/Schilddrüsentumoren
    Die Schilddrüse befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Trachea (Luftröhre). Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma bezeichnet. Bei der Struma kann es zu einem Wachstum der Schilddrüse ins Mediastinum kommen. In selteneren Fällen handelt es sich um bösartige Tumoren der Schilddrüse, welche ins Mediastinum wachsen. Bei symptomatischen Strumen sowie bei Schilddrüsenkarzinomen retrosternal ist die operative Entfernung inidiziert.

    Teratome
    Teratome sind Tumoren aus Keimzellen, am ehesten angeboren und können gutartig sowohl bösartig sein. In der Regel sind sie asymptomatisch und eine operative Entfernung ist unabhängig von Malignität indiziert.

  • Diagnostik und Therapie

    Diagnostische-operative Methoden 

    • MESK (Zervikale Video assisted Mediastinoskopie) inclusive VAMLA (Video assisted mediastinale Lymphadenektomie):
      In Vollnarkose wird durch einen kleinen ca 3cm. Schnitt oberhalb des Brustbeines ein optisches Instrument (Mediastinoskop) ins Mediastinum geführt. Die auffälligen Strukturen (Tumor/Lymphknoten) können mittels digitaler Kamera genau dargestellt und biopsiert werden (feingewebliche Abklärung des Tumors). In speziellen Fällen (Lungenkrebs, vereinzelte vergrößerte Lymphknoten usw.) können in unserer Klinik die vergrößerten Lymphknoten des Mediastinums per VAMLA komplett entfernt werden. 
    • starre Bronchoskopie und ultraschall-gesteuerte Lymphknoten/Tumor-Punktion (EBUS-TBNA Endobronchial ultrasound guided transbronchial needle aspiration) 
      Dabei wird ein starres Endoskop über den Mund eingeführt und durch die Trachea in die Bronchien der Lunge vorgeschoben. Bei vergrößerten mediastinalen Lymphknoten oder Tumor (Mittelfellraum) wird durch ein spezielles Bronchoskop eine ultraschallgesteuerte Punktion der auffälligen Strukturen durchgeführt und eine feingewebliche Abklärung kann erfolgen.
    • VATS-Resektion (Video Assisted Thorakoscopy and Resektion)
      Bei gutartigen und gut begrenzten Mittelfelltumoren kann eine operative Entfernung mittels VATS (Schlüsselloch-Technik) ddurchgeführt werden. Durch kleine, ca. 1 cm lange, Hautinzisionen können in unserer Klinik Tumore wie z.B. Thymome, Schwannome, Zysten usw. komplett und minimal-invasiv entfernt werden.
    • Sternotomie, Thorakotomie, Clamshell-Sternotomie
      Als Sternotomie wird der logitudinale Brustbeinschnitt bezeichnet. Bei bösartigen Tumoren des vorderen Mediastinums ist der o.g. Schnitt der notwendige Zugang zur kompletten Resektion des Tumors. Im seltenen Fällen und bei bestimmter Lokalisation der Erkrankung kann eine Thorakotomie (Brustbeinschnitt) seitlich auf der Höhe der 4. oder 5. Rippe bevorzugt werden.
      Bei extrem ausgedehnten Tumoren des Mediastinums mit Beteiligung beider Rippenfellblättern oder Lungen kann eine so genannte Clamshell-Sternotomie durchgeführt werden. Es handelt sich um eine quere Sternotomie mit beidseitiger, vorderer Thorakotomie und führt zu einer exzellenten Darstellung des Mittelfells sowie beider Lungen und Rippenfellblätter.

     

  • Therapiekonzepte

    Bei gutartigen, symptomatischen Mittelfellerkrankungen/Tumoren kann eine operative Entfernung in unserer Klinik erfolgen. Bei bösartigen Tumoren des Mittelfells ist bei primär nicht vorhandenen Operabilität (Tumorgröße, Wachstum in Nachbarorgane, Lymphknotenbefall) eine multimodale Therapie indiziert. Eine Behandlung mittels Chemotherapie , Bestrahlung sowie Kombination der beiden kann zu einer Verkleinerung des Tumors führen und eine operative Entfernung kann nach dem Abschluss der Vortherapie erfolgen. Alle Verfahren finden in unserer Klinik in Kooperation mit Spezialisten aus Strahlentherapie und Onkologie statt und werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unserer Klinik patientenorientiert indiziert. Somit werden Sie nicht von einem Arzt oder einer Abteilung behandelt, sondern von einer Expertengruppe.